BIO

Mirah Laline wurde 1988 in Belém, in Nordbrasilien geboren. In Südbrasilien studierte sie Regie, an der Bundesuniversität in Porto Alegre und schloss 2013 ihren Bachelor mit dem Essay „Theater als poetischer Guerilla-Kampf“ und dem Site-specific Straßentheater Transpiro! ab. Ein Stipendium des DAAD führte sie 2015 in den Studiengang Regie an die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 2011 gründete sie die Gruppe ATO CIA.CÊNICA und gewann mehrere Auszeichnungen für die Inszenierungen Der Hässliche von Marius von Mayenburg, der brasilianischen Erstaufführung von Sasha Marianna Salzmanns Muttersprache. Mameloschn und Pátria Estrangeira/ Fremde Heimat, hier entstand der Textkorpus aus Texten von Jürgen Berger und der Kollaboration mit den Schauspielern. Die Arbeit ist eine Koproduktion zwischen Badisches Staatstheater Karlsruhe, dem Goethe-Institut Porto Alegre und ATO cia.cênica, die darüberhinaus von der Kultur Stiftung des Bundes gefördert wurde. 

Als Schauspielerin und Gründungsmitglied arbeitete Mirah Laline in Porto Alegre mit der Gruppe CERCO in den prämierten Inszenierungen der Romane  O Sobrado 2008 und Incidente em Antares 2012 von Érico Veríssimo, unter der Regie von Inês Marocco.  Des Weiterem arbeitete sie in dem Site-Specific, Sprech-und Musiktheater Trago Sorte Mentira e Morte, unter der Regie von Isandria Fermiano u. Kalisy Cabeda. 2015 inszenierte Mirah mit der Gruppe CERCO das Straßentheaterstück für Kinder Puli-pulá, das u. a. den Tibicuera-Preis als Stück des Jahres und für die beste Dramaturgie bekam. 2012 bis 2015 war Mirah Laline Performerin und Gründungsmitglied bei der Theater-Karneval-Gruppe BLOCO DA LAJE. 

Als Dramaturgin entwickelte sie in Zusammenarbeit mit den Schauspielern die Theaterstücke Juntos/ Bî Hevra, Transpiro! und Puli – Pulá. Sie arbeitete sowohl mit dem  Dramaturgie Team des Stücks O Sobrado als auch als Autorin für das Tanztheaterstück  Fora de Nós 2010, unter der Regie von Kalisy Cabeda, zusammen.

Als Theaterpädagogin an der Bundesuniversität in Porto Alegre (UFRGS) unterrichtete sie mit Janaína Conceição „Portugiesisch lernen durch Theater” von 2011 bis 2015, für Studenten u. a. aus China, Korea, Jamaica, Venezuela, Chile und Honduras. 2016 führte sie die künstlerische Beratung des Stückes Caravan Al Hakawati in der UFA Fabrik Berlin während des FestWalla Theater Festival durch, ein Projekt mit Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan, Irak und Jordanien. 2010 co-inszenierte sie für das staatliche Projekt PPV-SEDAC „Gewaltprävention in Schule und Jugendhilfe“ zusammen mit Schülern, im Alter von 13 bis 17 Jahren, das Stück E agora José?. In der Schule Aplicação unterrichtete sie 2011 Theater für das Projekt „Teatro para Maiores“, geleitet von Prof. Dr. Carmen Soares, für Teilnehmer ab 50 Jahre. Des Weiteren inszenierte sie O Baile, entwickelt durch die Biografien der Teilnehmer. 

2019 gewinnt Mirah für das Gastspiel des Stückes Der Hässliche, auf dem 14. Internationalem Festival Porto Alegre em Cena, den renommierten Braskem Preis als beste Regisseurin. Zurzeit lebt und arbeitet sie in Berlin. Seit 2019 ist sie Teil des Berliner Candomblé-Tempels ILÊ OBÁ SILEKÉ. Noch im selben Jahr performte sie The Magic of Healing, eine Arbeit, welche im Rahmen der Veranstaltung Rituals of Care, Connected BTS, produziert von Big Hit Entertainment, am Gropius Bau unter der Regie und Choreografie von Baba Murah Soares stattfand. Ebenfalls im Jahr 2019 entwickelt die Candomblé Gruppe das Frauenprojekt Ìya Agbára, Strenght of the Mothers, was auf der 11. Berlin Biennale präsentiert worden ist. 2020 führt sie die Regie die auf arabisch und kurdisch gesungene Single Yomma von Displaced Ideas Crew feat. Amon, eine Hommage an Mütter aus persönlicher wie globaler Perspektive. „Yomma” aus dem Arabische bedeutet sowohl „Mutter” als auch „Heimat”. 2021 als Schauspielerin, Dramaturgin und Regisseurin entwickelt sie das Theaterprojekt Juntos/ Bî Hevra ein stimmungsvoller kurdisch-brasilianisches Hochzeitsfest, die ein Netz aus Migrations- und Familiengeschichten strickt und die Gäste Teil einer neuen Gemeinschaft zu werden einlädt, Premiere am Galerie im Körnerpark in Berlin, gefördert vom Fonds Darstellende Künste. Ab 2022 arbeitet sie zusammen mit Humboldt Forum und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften in eine Performative Vortragsreihe über Alexander Von Humboldt.

Photo: Marlen Stahlhuth, Berlin

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